Montag, 20.07.: Nachdem wir
schon eine schöne Woche Urlaub in Dänemark verbracht haben,
starten wir gegen 23:20 Uhr von Bønnerup
in Richtung Hanstholm. Zwei Stunden später kommen wir nach einem kleinen
Zwischenfall (Torsten fährt den Wagen an einer Tankstelle mitten in
ein tiefes Kiesbett; Mit Mühe und Not schaffen wir es, ihn wieder hinaus
zu schieben) in Hanstholm an. Zu fünft suchen wir uns also unsere Schlafplätze
im Mobil, um die Zeit bis zum Morgen zu überbrücken.
Dienstag, 21.07.: Um 5:30 Uhr "stehen" wir auf und kaufen in einem kleinen Hafencafe ein paar Brötchen und frühstücken im Mobil.
Auf der Fähre können wir zunächst eine sonnige Stunde an Deck genießen, danach verschlechtert sich leider das Wetter.
So kommen wir in Egersund bei strömendem Regen an. Kurz vor Gloppedalen erreichen wir einen wunderschön gelegenen Campingplatz, dort nehmen wir uns eine kleine Hütte, um nicht im Regen die Zelte aufbauen zu müssen. Während einer Regenpause unternehmen wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall.
Die Müdigkeit überwältigt uns heute schnell, so wird auch nichts mehr gespielt und wir fallen alle nur noch ins Bett.
Mittwoch, 22.07.: Nach angenehmem
Ausschlafen, starten wir, leider weiterhin bei schlechtem Wetter, durch
Gloppedalsura nach Byrkjedal. Dort machen wir einen ausgiebigen Bummel durch
den großen Kunsthandwerksladen mit einer riesigen Auswahl an Kerzen.
Weiter geht es in Richtung Dirdal. Auf der
Strecke
machen wir eine Abstecher zum Månafossen. Das Mobil wird hier auf
die erste harte Probe gestellt. Über eine steile Serpentinenstraße
überqueren wir einen Höhenzug und erreichen bald den Parkplatz
des Wasserfalls. Zuvor bleibt uns jedoch allen noch für einen Moment
das Herz stehen: Auf der Abwärtsstrecke der Serpentinenstraße,
kommt uns mit hoher Geschwindigkeit ein Bus entgegen. Die Straße sieht
an dieser Stelle so aus, als hätte höchstens der Bus genug Platz,
sie zu passieren. Zum Bremsen ist es für uns leider zu spät und
der Busfahrer scheint uns gar nicht zu bemerken. Mit geschlossenen Augen
gelingt es uns dennoch, an ihm vorbei zu kommen. Gut, jetzt wissen wir über
die Fahrweise der norwegischen Busfahrer bescheid.
Nun heißt es Klettern: Über einen steilen, felsigen Weg mit Leitern und Kettengeländern gelangen wir nach ca. 30min zum Aussichtspunkt. Leider ziehen noch tiefe Wolken durch die Berge, so daß der 94m tiefe, freie Fall des Fossen erst nur schlecht zu sehen ist. Später dürfen wir aber kurz den entsprechenden Blick zum donnernden Geräusch genießen.
Weiter geht es zurück über die Serpentinenstrecke, über Dirdal (Hallo Odd!)und Oltedal bis Lauvvik. Mit der Fähre setzen wir über nach Oanes, weiter geht es nach Jörpeland (den Preikestolen heben wir uns für besseres Wetter auf), und über Tau bis nach Hjelmeland, wo wir uns wieder eine kleine Hütte mieten. Nach dem Grillen machen wir einen kleinen Spaziergang zum Kai und danach wird noch eine Runde Skat gespielt.
Donnerstag, 23.07.: Wir starten gleich mit der Fähre nach Nesvik, fahren weiter nach Sand, von dort mit der Fähre nach Ropeid, weiter nach Sauda und dann über das wunderbare Hochplateu nach Röldal. Hier besichtigen wir die Stabkirche. Weiter geht's über eine kleine Passtraße in Richtung Odda. Unterwegs bestaunen wir natürlich den Latefossen und von Odda aus die Gletscherzungen des Folgefonngletschers. Durch viele Obstplantagen fahren wir bis Kinsarvik und nehmen uns wieder eine kleine Hütte. Es regnet in Strömen. So nutzen wir den Abend für eine Partie "Die Siedler".
Freitag 24.07.: Wir fahren über eine sehr schmale Straße einige Kilometer aus Kinsarvik hinaus und erreichen einen kleinen Parkplatz beim Tveitafossen (Fallhöhe 103m). Von hier machen wir uns auf, um zu Fuß weitere Fälle zu erreichen. Wir folgen roten T-Markierungen und klettern entlang einer Wasserkraftwerks-Röhre am Wasserfall empor. Leider spielt das Profil von Natis Turnschuhen bei dieser sehr rutschigen Kletterpartie nicht mit und sie muß umdrehen. Vom oberen Ende des Falles sieht man ein Stück weiter im Tal hinauf schon den nächsten Fall, den Nyastölsfossen mit 218m Fallhöhe. Nach einem weiteren sehr schönen Wanderabschnitt erreichen wir seine donnernden Wassermassen und marschieren nach diversen Fotos wieder zurück zum Mobil.
Weiter geht die Fahrt nach Brimes. Hier setzen wir mit der Fähre über nach Bruravik, durchqueren dann einen knapp 8km langen Tunnel und erreichen wenig später Voss. Hier kaufen wir ein und essen Cheeseburger (aus einer Auswahl von fünf verschiedenen Größen).
In Richtung Gudvangen fahren wir weiter und beziehen kurz hinter Oppheim eine etwas komfortablere Hütte.
Samstag, 25.07.: Nachdem alle genüsslich geduscht haben, fahren wir nach Gudvangen. Von hier geht die Fähre durch den Næroy-, Aurland- und Sognfjord. Eine zweistündige, eigentlich sehr schöne Fahrt bei leider schlechtem Wetter und in nerviger Reisegesellschaft.
Von Kaupanger geht es weiter nach Sogndal, Gaupne, Nes und Skolden. Hier nehmen wir uns eine Luxushütte auf dem wunderschön gelegenen Nymoen-Campingplatz. Durch einen Spaziergang erkunden wir den Ort und nach dem leckeren Essen spielen wir "Die Siedler"
Sonntag, 26.07.: Wir genießen
alle den Komfort der Hütte, duschen alle noch mal ausgiebig und machen
uns dann an den "Aufstieg" zum Sognefjell. Das Mobil meistert
die steilen Kilometer wieder hervorragend und wir tasten uns vor in eine
wunderschöne, schneereiche (wenn auch nicht so viel, wie erwartet)
und gletscherreiche Landschaft. Hinab geht es durc
h das langgestreckte und herrliche Leirdalen nach Lom.
Dort besichtigen wir die Stabkirche und ein Stein- und Mineralienmuseum.
Auf der Weiterfahrt machen wir Station am Danfoss. Dies sind die Stromschnellen
des Otta. Über die gut ausgebaute R15 steigt unsere Reisehöhe
langsam und stetig wieder bis zur Schneegrenze an. Dann folgt die bremsenbelastende
aber fantastische Abfahrt nach Geiranger. Dort finden wir nach mehreren
Versuchen eine Hütte (das Wetter hat sich aber etwas beruhigt...),
die zwar nicht sehr komfortabel ist, dafür aber einen herrlichen Blick
auf den Geirangerfjord bietet. Zu unserer Begrüßung machte das
Kreuzfahrtschiff "Berlin" eine Ehrenrunde im Fjord. Der Abend
wird zum Faulenzen genutzt.
Montag, 27.07.: Als wir aufwachen, liegt bereits ein neues Kreuzfahrtschiff im Fjord, das Wetter sieht recht gut aus. Wir winden uns auf der anderen Fjordseite gleich wieder steile Serpentinenstraßen hinauf und haben von oben einen herrlichen Blick auf den Geiranger, und gerade kommt ein weiteres Schiff an. Im Tal geht es langsam wieder hinab bis zur Fähre von Eidsdal nach Linge. Und wieder geht es hinauf, das Wetter wird immer besser, bis wir schließlich die Trollstigen erreichen. Nach ausgiebigem Fotografieren und Umherschauen, geht es über die berühmten Serpentinen hinab bis Andalsnes. Weiter geht die Fahrt über unseren nördlichsten Punkt, Tresfjord, Sjöholt, Stordal (Einkauf), Fähre nach Stranda und schließlich bis nach Hellesylt, wo wir zum ersten mal unsere Zelte aufschlagen und bei Sonne im Freien zu Abend essen. Beschlossen wird der Tag mit einem Spaziergang und "Die Siedler".
Dienstag, 28.07.: Wieder läßt
es das Wetter zu, draußen zu frühstücken. Nach Zeltabbau
und Einräumen starten wir die Weiterfahrt. Die Route verläuft
zunächst über Stryn und Olden, hier machen wir einen Abstecher
zum Briksdalsbreen, einer Gletscherzunge des Jostedalsbreen. Der Brikstalsbreen
gilt allgemein als am besten zu erreichende Gletscherzunge. Dementsprechend
ist der Ansturm. Ein Bus nach dem anderen und ein überfüllter
Parkplatz liefern die Bestätigung. Wir lassen uns nicht mit einer der
vielen Kutschen zum Breen fahren, wir ziehen das Selbstlaufen vor (ca. 45min).
Am Gletscher
angekommen, bewundern
wir das ewige Eis und die zu Eiswanderern mutierten Touristen, wie sie,
eingereiht im Sicherungsseil, in der einen Hand den Eispickel, in der anderen
Hand die Videokamera am Auge, den Gletscher empor stapfen.
Ein wenig abseits vom Hauptstrom, machen wir noch eine kurze Rast und wandern dann wieder zurück.
In Olden kaufen sich Katrin und Renate je einen Norwegerpulli. Und wir fahren weiter über Byrkjelo und Skei. Nach Skei mußten wir zum ersten Mal eine Maudgebühr von 135Kr. bezahlen. Nach einem langen Tunnel haben wir einen schönen Blick auf den Böyabreen. Etwas später erreichen wir wieder Sogndal. Auf einem Camping-Platz mieten wir ein "Appartment-Haus", welches weit ab vom Platz auf einer Hangwiese mit Blick auf den Sogndalsfjord steht. Das Haus hat einen sehr niedrigen Eingang, Dirk kann sogar aus der Dachrinne trinken, aber innen ist es recht groß und geräumig.
Wieder wird der Abend mit "Die Siedler" gefüllt.
Mittwoch, 29.07.: Heute heißt es nur Fahren, Fahren, Fahren. Von Sognedal fahren wir über Leikanger bis nach Hella, mit der Fähre über den Sognefjord nach Vangsnes, über das Fossfjell nach Voss, weiter nach Kvanndal, mit der Fähre nach Utne und diesmal auf der anderen Seite des Sorfjord entlang. Nach einer kurzen Rast mit Pølser und Kirschen weiter über Odda in Richtung Haugesund. Bei Etne beziehen wir wieder eine kleine Hütte.
Donnerstag, 30.07.: Weiter
geht die Rückfahrt über Ölen, vorbei an Haugesund und mit der Fähre nach Rennesöy. Bis nach
Stavanger unterfahren wir zwei Fjorde. Ein Tunnel mit ca. 4,5km Länge
und 133m unter der Meeresoberfläche der andere mit knapp 7km Länge
und 223 unter der Meeresoberfläche. Da fragt man sich nach der Besonderheit
des Elbtunnels?!
In Stavanger machen wir einen ausgiebigen Stadtbummel, zunächst durch die Einkaufsstraßen, dann durch die Altstadt. Am Hafen essen wir im "Dickens", hier gibt es Pizza bis zum Abwinken.
Eine Hütte finden wir heute in Ålgård. Renate und Katrin gehen hier noch Shoppen, Anja und Dirk gehen noch ein wenig auf einen Berg spazieren.
Und es wird zum Abschluß wieder "Die Siedler" gespielt.
Freitag, 31.07.: Das Wetter
sieht sehr unsicher aus, daher fahren wir zunächst nur probehalber
zum Fährhafen nach Jörpeland, denn unser Ziel für heute heißt
eigentlich Preikestolen. Unsere letzte Unterkunft verlängern wir für
eine weitere Nacht. Am Fährhafen angekommen, beschließen wir,
hinüberzufahren um am Preikestolen-Parkplatz endgültig zu entscheiden.
Dort müssen wir gleich 60Kr. Parkgebühr bezahlen, somit ist unsere
Entscheidung gefallen. Wir machen uns an den anstrengenden Aufstieg. Und
man soll es nicht glauben, das Wetter ist auf unserer Seite, nach 1½
Stunden erreichen wir den Felsen bei strahlendem Sonnenschein. Auch die
Sichtverhältnisse lassen kaum Wünsche offen.
Natürlich ist hier oben wieder sehr viel los, aber da
muß man bei einem solchen Ziel einfach drüber weg sehen. Wir
halten uns etwa 1 Stunde auf und marschieren dann wieder hinunter.
Unterwegs kaufen wir für den letzten Abend noch eine 1,5l-Flasche Bier und fahren dann wieder zu unserer letzten Unterkunft nach Ålgård.
Hier gibt's heute noch einen Nudelfestschmaus und die wohl letzte Siedler-Partie.
Samstag, 01.08.: Die letzte Etappe führt uns zurück nach Egersund, wo wir uns in die Wohnmobilschlange am Fährhafen einreihen. Man soll es nicht glauben, aber womit könnte man die Wartezeit besser totschlagen, als mit einer Partie "Die Siedler".
Selbst auf der Fähre nehmen wir den Siedler-Koffer mit an Deck und spielen, nachdem wir uns auf dem Sonnendeck alle im Wechsel noch ein wenig gesonnt haben.
Nach ruhiger Fahrt erreichen wir nachts schließlich wieder Hanstholm und fahren zurück zum Campingplatz Bønnerup. Dort beziehen wir wieder unsere Schlafplätze im Mobil und warten, daß wir am Morgen unsere Fahrräder aus dem Container befreien können.
Nun heißt es für dieses Jahr endgültig Abschied nehmen von Norwegen und Dänemark. Aber wir kommen ja wieder ....
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